Wichtiger Hinweis
Sie befinden sich im Archivbereich. Diese Informationen sind möglicherweise nicht
mehr aktuell und geben den Stand des Veröffentlichungstages wieder. Links auf
externe Seiten können teilweise nicht mehr funktionieren. Die Kommentarfunktion
steht teilweise bei älteren Meldungen nicht zur Verfügung.
|
VRR-Tarif kommt in den Kreisen Kleve & Wesel in Schritten!
|
VGN-TARIFINTEGRATION IN DEN VRR | 17.01.2010 | 1492 Aufrufe | 0 Kommentare
|
|
Der erste, recht kleine Schritt tritt nach jetzigen Planungen am 1. August dieses Jahres in Kraft. Kerken wird analog zu Dinslaken und Moers ein tariflicher Brückenkopf des VRR, das heißt, von den Bahnhöfen Aldekerk und Nieukerk aus gilt mit dem Zug (aber nicht dem Bus) der gesamte VRR-Tarif bis Preisstufe D. Somit wird die letzte Lücke der Verbundtarife zwischen zwei Verkehrsverbünden in NRW geschlossen. Zusätzlich wird das SchokoTicket testweise an vier Schulen am Niederrhein eingeführt.
Als mögliche nächste Stufe ist für August 2011 angedacht, den Übergangstarif VRR/VGN innerhalb der VGN auch auf der Schiene gelten zu lassen, bevor dann voraussichtlich am 1. August 2012 am kompletten Niederrhein der VRR-Tarif eingeführt werden soll.
2 Millionen Euro Finanzierungslücke
Würde der VRR-Tarif sofort komplett eingeführt, müsste eine Finanzierungslücke nach bisherigen Rechnungen von zwei Millionen Euro gedeckt werden, die die Kreise Kleve und Wesel nicht bereit sind, zur Verfügung zu stellen. Daher soll eine schrittweise Einführung Synergieeffekte bringen und die Akzeptanz bei den Fahrgästen testen. Andererseits sind die Kreise eventuell bereit, einen Teil der ÖPNV-Pauschale, die das Land ihnen nach dem ÖPNV-Gesetz zahlt, zur restlichen Finanzierung der Tarifintegration einzubringen. Und DB Regio würde sich aufgrund des Verkehrsvertrags mit dem NVN auch fünf Jahre lang an der Finanzierung der Mindererlöse beteiligen.
Kerken wird VRR-Tarifgebiet
Während in Dinslaken und Moers die beiden Tarifräume VRR und VGN aneinander stoßen, so dass man z. B. mit zwei Monatskarten den Weg von Wesel nach Düsseldorf „stückeln“ kann, geht das zwischen Aldekerk und Kempen bislang nicht. Zwischen diesen Bahnhöfen gilt auf der Schiene nur der NRW-Tarif, da der Streckenabschnitt weder zur VGN noch zum VRR gehört. Das soll ab dem 1. August ein Ende haben. Kerken wird dann auch VRR-Tarifgebiet auf der Schiene.
Das SchokoTicket soll Teil der Lücke schließen
Durch die Vermarktung des SchokoTickets sollen 700.000 bis 900.000 Euro der Finanzierungslücke gedeckt werden. Im Gegensatz zum bisherigen VGN-Tarif müssen beim SchokoTicket die Eltern auch bei Freifahrtberechtigten Eigenanteile (1. Kind 11,20 EUR, 2. Kind 6 EUR, ab 3. Kind kostenlos) bezahlen. Wenn wie im VRR alle Schulen entsprechende Verträge eingehen, kann mit entsprechenden zusätzlichen Einnahmen gerechnet werden. Dazu werden auch Einnahmen von nicht Freifahrtberechtigten, die das SchokoTicket für derzeit 27,65 EUR im Monat beziehen können, erwartet. Das SchokoTicket soll in einem Pilotprojekt an vier Schulen am Niederrhein im neuen Schuljahr angeboten werden, aber dabei wie es im Alt-VRR-Raum der Fall ist, für Freifahrtberechtigte zur Pflicht werden. Die Gültigkeit bezieht sich bei den Projektteilnehmern auf den bisherigen Tarifräume der VGN und dem VRR. Für bisherige VRR-SchokoTicket-Inhaber gilt das Ticket vorerst nur im Alt-VRR-Raum. Für Fahrten in die Kreise Kleve und Wesel muss weiterhin ein Anschlussticket nach dem VGN-Tarif gelöst werden.
PRO BAHN unterstützt dieses Vorhaben und hofft, dass dieses Angebot auch von den Eltern und Schülern der teilnehmenden Schulen angenommen wird. Der Eigenanteil ist meistens schon bei einer Fahrt auf einer mittellangen Verbindung im Monat im Freizeitverkehr wieder herausgeholt. Wenn die Projektphase erfolgreich verläuft, könnte das SchokoTicket bereits zum Schuljahr 2011/2012 flächendeckend am Niederrhein angeboten werden.
Übergangstarif auf der Schiene ab dem 1. August 2011 angedacht
Als mögliche zweite Stufe soll der bisherige VGN/VRR-Übergangstarif, der derzeit innerhalb der VGN nur in Bussen und der Straßenbahn 903 gültig ist, dann auch auf dem Schienenweg eingeführt werden. Die Preisstufe D gilt hier dann noch nicht. Auf längeren Strecken (z. B. von Geldern oder Wesel nach Düsseldorf) kommt weiterhin der NRW-Tarif zur Anwendung, oder man kann mit Monatskarten der VGN und des VRR „stückeln“, was auf der Strecke der RB31 und auf der rechten Rheinseite bereits geht und auf dem RE10 ab dem 1.8.2010 möglich sein wird.
Komplette Umstellung dann im August 2012 vorgesehen
Wenn die Synergieeffekte wie jetzt erwartet eintreten, wird die VGN dann ab August 2012 den VRR-Tarif flächendeckend auch am Niederrhein anwenden. Und hier werden es Gewinner und Verlierer geben.
Preisstufe E denkbar
Ob es für lange Fahrten aus der VGN in den VRR eine zusätzliche Preisstufe E geben wird, ist noch nicht endgültig klar. Dies hängt auch davon ab, welche Synergieeffekte und Mehreinnahmen aus den beiden ersten Schritten entstehen. Im Endeffekt würde dadurch weiterhin eine tarifliche Teilung zwischen Alt-VRR und VGN bestehen bleiben, da für das Gesamtnetz des Alt-VRR weiterhin die Preisstufe D die Obergrenze wäre.
Pendler am Niederrhein gehören zu den Gewinnern
Für Monatskartenbesitzer, die zwischen VRR und VGN fahren, wird es grundsätzlich billiger werden. Der VRR-Tarif wird 1:1 übernommen und auch mit allen Vorteilen der VRR-Tickets 1000 und 2000. Dies gilt analog natürlich auch für das Young Ticket.
Bei Nahstrecken gibt es Gewinner und Verlierer
In den Preisstufen 1 und 2 (1 bis 3 Tarifgebiete) liegt der VRR-Bartarif im Centbereich über dem VGN-Tarif. Die VGN-Preisstufe 3 (4 bis 5 Tarifgebiete) wird i. d. R. durch die VRR-Preisstufe C oder D ersetzt, die im Bartarif beide deutlich über den VGN-Preisen liegen. Durch größeren Zuschnitt einzelner VGN-Tarifgebiete werden aber dabei entstehende Härten in vielen Relationen aufgefangen, in anderen Fällen wird dadurch aus VGN-Preisstufe 3 die günstigere VRR-Preisstufe B.
Langstrecken ohne BahnCard deutlich billiger
Dabei werden Langstreckenverbindungen deutlich billiger, vorausgesetzt man ist nicht im Besitz einer BahnCard. Eine Fahrt von Kleve nach Düsseldorf kostet derzeit 17,80 EUR und würde dann z. B. mit Preisstufe D nur noch 10,90 EUR kosten. Einen BahnCard-Rabatt wird es im „großen“ VRR-Raum nicht mehr geben. Daher sollte jeder BahnCard-Inhaber am Niederrhein sein Fahrverhalten überprüfen, ob sich die BahnCard noch lohnt oder eventuell eine Zeitkarte günstiger ist.
Freizeit-Ticket durch die Hintertür
Was für die Einwohner im alten VRR-Tarifraum längst Realität ist, wird auch am Niederrhein kommen. Wer seine Arbeitsstelle zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen kann und den ÖPNV ausschließlich in der Freizeit nutzt, wird demnächst die Möglichkeit haben, für rund 35 Euro im Monat ab 9 Uhr in seiner Heimatstadt und montags und freitags ab 19 Uhr sowie am Wochenende ganztags im kompletten VRR-Raum mobil zu sein, letzteres sogar in Begleitung von einem Erwachsenen und bis zu drei Kindern. Und wenn man mal zwischen 9 und 19 Uhr in der Woche über die Heimatstadt hinaus fahren möchte, dann kann ein Zusatzticket zum Preis von 2,40 EUR pro Fahrt gelöst werden. |
|
Druckversion zeigen |
Meldung versenden |
Kommentar schreiben
|
|
Unsere Meldungen können Sie auch per RSS-Feed abonnieren.
Zum Feed
|
Mittlerweile sind
535
Meldungen auf unserer Website online. Im Archiv sind alle Meldungen chronologisch gelistet.
Zum News-Archiv
News suchen
|
Hier finden Sie alle unsere Presse- mitteilungen chronologisch sortiert.
Link
|
Hier können Sie Ihre Meinungen preisgeben. Lob, Kritik oder Verbesserungs- vorschläge sind natürlich erwünscht.
Zum Gästebuch
|
Informationen zu PRO BAHN und der Mitgliedschaft bei PRO BAHN kann man über die Seite des Bundesverbandes anfordern.
Link
|
|